Den Wald vor lauter Umbruch nicht sehen – neuer Beitrag

Also los, ich starte die Bildersuche im Netz: Stichwort Wald. Ich sehe nach nur 0,024 Sekunden sehr viele Baumstämme im dämmrigen Gegenlicht, Nebel, Moos, Farne, verschlungene Wege, Hirschkäfer und Rehe in allen Variationen. Gezeigt wird ein Ideal von einem Wald, in dem lange nichts passiert ist und alles ungestört wachsen kann, so als ob man einen beeindruckend langen Haarschopf bewundern darf. Ich vermute, dieser statische Blick ist ein menschlicher Blick. Wir suchen eine Konstante, den ewigen Wald, der über unsere kurze Lebenszeitspanne hinausragt und Bestand hat. Also stellen wir uns den Wald ewig und statisch vor. Da fällt auch mal ein Baum um, aber dann wird schnell die Lücke im Kronendach geschlossen und der Dauerwald wieder hergestellt. Ruhe im Karton. Der Tisch ist gedeckt, der Statisch.

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